angelehnt an den Orientierungsplan für Bildung und Erziehung

         a) Emotionale Entwicklung und soziales lernen

 

Das Kind entwickelt sich vom ICH zum DU bzw. zum WIR. Aus diesem Grund sind diese Bereiche eng miteinander verknüpft.

Erst wer sich selbst ausreichend wahrgenommen hat, kann eine befriedigende Beziehung zum Gegenüber aufbauen und in einer Gruppe seinen/ ihren Platz finden. Einander zuhören, Rücksicht nehmen, abwarten und einander helfen sind wichtige Komponenten. Dies gilt auch weit über das Kindergartenalter hinaus.

In unseren altersgemischten Gruppen und durch die enge Vernetzung der Gruppen untereinander, gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Anlässe der Selbstwahrnehmung (z.B. matschen, kneten, töpfern, singen, musizieren ). Im Spiel mit den Anderen, ( Bewegungs-, Kreis-, Brettspiel oder auch Spielzeugfreies Spielen ) aber auch im Alltag entwickelt das Kind sein/ ihr Sozialverhalten.

         b) Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und Freude am Lernen

Kinder bilden in den ersten Lebensjahren ihre kognitiven Fähigkeiten aus, indem sie Erfahrungen auf der Grundlage sinnlicher Wahrnehmungen machen.

Dies geschieht beim Spiel und allen weiteren Formen von Auseinandersetzungen mit Menschen und Dingen.

Die Grundlage des kognitiven Lernens ist eine differenzierte Wahrnehmung. Schon kleinste Kinder sollten viele Gelegenheiten angeboten bekommen um alle Sinne zu nutzen, um sich die Welt zu erschließen und um ihr Sachinteresse auszubilden.

Sie erlernen spielerisch Grundwissen z.B. Farben, Wochentage, Körperteile, Zahlen, Lieder, Wissen über Naturphänomene u.s.w..

         c) Körper- Bewegung- Gesundheit- Ernährung

Jeder dieser Bereiche hängt mit dem anderen zusammen und bedingt sich gegenseitig. Z.B. gibt es ohne Bewegung keine gesunde ( körperliche und geistige ) Entwicklung des Kindes. ( Ganzheitlichkeit )

Im Freispiel gibt es viele Bewegungsanreize, ( dadurch entstehen im Gehirn Verbindungen zwischen einzelnen Bereichen ((die Synapsen)), die die kindliche Intelligenz fördern.)

Angeleitete Spiele ( Kreis-, Finger-, Sing- und Kimspiele ) fördern das Kind gezielt in unterschiedlichen Bereichen.

Wichtig sind auch Möglichkeiten, sich auszuruhen. Dabei kann das Kind lernen, sich wahrzunehmen. Wie geht es mir? Was brauche ich? ( Selbstwahrnehmung )

Insbesondere benötigen die U 3 Kinder einen Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Anspannung und Entspannung.

Den Fachkräften ist es wichtig, Raum und Zeit für die Kinder zu finden, damit sie ihre Eindrücke verarbeiten können.

Rituale unterstützen den Wechsel und helfen den Kindern diesen zu verinnerlichen.

Rund um den Toilettengang und den Mahlzeiten gibt es viele Anlässe, die Körperpflege zu üben.

Bei den Mahlzeiten achten wir auf eine zuckerarme, allergenarme, abwechslungsreiche und vitaminreiche Ernährung. Ebenso achten wir auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und auf eine Tischkultur.

         d) Sprache und Sprechen/ Spracherziehung und –förderung

Durch regelmäßige Beobachtung wird die Sprachkompetenz der Kinder festgestellt und dokumentiert.

Die Bewegung bildet das Fundament für sprachliche und geistige Entwicklung.

Unsere Bildungsangebote werden so gewählt, dass sprachliche Anforderungen und Sprechanlässe geschaffen werden.

Im Kindergarten wird der gesamte Tagesablauf zur alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung genutzt z.B. werden Gesprächskreise angeboten um die grammatikalischen Regeln zu erschließen oder Bilderbücher vorgelesen um den Wortschatz zu erweitern.

Musik und Rhythmik sind Erfahrungsfelder, die sich die Kinder aktiv erschließen. Daraus resultiert u.a. die Schulung der Stimme, die Auge- Handkoordination wird geschult und Lieder werden gelernt.

Die Mehrsprachigkeit wird mit Wertschätzung für die kulturelle Vielfalt aufgegriffen. Ein vertrauensvolles, ermutigendes Klima ist Voraussetzung um Deutsch als Zweitsprache zu erwerben.

         e) Lebenspraktische Kompetenzen

Der zunehmende Erwerb der lebenspraktischen Kompetenzen ( im Laufe der Kindergartenzeit ) ist unabdingbar für die Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit des Kindes.

Es reicht über das An- und Ausziehen, ( welche Kleidung gehört zu mir und was ist Wetterangemessen ) bis zum Händewaschen, Toilettenbesuch, dem Zähne putzen u.s.w..

Ebenso ergeben sich rund um die Ernährung zahlreiche Möglichkeiten, Alltagskompetenzen zu erlangen. Z.B. welche Lebensmittel gibt es, wie werden sie verarbeitet und wie ernährt man sich gesundheitsbewusst.

Zunächst findet dieses Lernen unter Anleitung statt und später lernt das Kind, selbstständig für sich selbst mehr Verantwortung zu übernehmen.

         f) Mathematisches Grundverständnis

In unserem Kindergarten schaffen wir viele Möglichkeiten zum Erwerb erster mathematischer Grundkenntnisse.

Das Kind lernt Zahlen kennen, vergleicht Mengen ( viel und wenig ) und Gewichte ( leicht und schwer ). Ebenso erkennt es, dass Dinge unterschiedlich lang, groß oder geformt sein können. Beim geben oder wegnehmen von Gegenständen wird bereits spielerisch das Addieren und Subtrahieren trainiert. Beim Aufteilen wird das Dividieren geübt.

         g) Ästhetische Bildung

Die Ästhetik umfasst die sinnliche Wahrnehmung und die Empfindung.

Sie findet sich in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen, wie in dem bildnerischen und plastischen Gestalten, im Tanz, im darstellenden Spiel und in der Musik wieder.

In den ästhetischen Bereichen können die Kinder fantasievoll, schöpferisch und vor allem eigenständig tätig werden. Sie erfahren, dass jeder Mensch ein individuelles Empfinden für Ästhetik hat.

Wir geben den Kindern die Möglichkeit, mit verschiedenen Materialien und Techniken ihre Ideen umzusetzen und sich auszuprobieren.

Hierbei soll die Freude am eigenen Tun im Mittelpunkt stehen.

Dies trägt grundsätzlich zur kindlichen Persönlichkeitsentwicklung bei und bietet den Kindern Raum, ihre Fantasie und Kreativität auszuleben.

         h) Natur und Lebenswelt/ Verkehrserziehung

Die Natur ist ein weites Forschungsgebiet, welches von dem eigenen Körper bis hin zu der Umwelt, in der wir leben, reicht.

Kinder sind sehr neugierig und möchten ihren natürlichen Drang nach Wissen stillen.

Wir geben den Kindern die Möglichkeit, die Natur und ihre Lebenswelt mit allen Sinnen zu erfahren und zu erforschen.

Mit Angeboten aus unseren Projektplänen ( z.B. zum Thema: Umweltverschmutzung ), Naturbeobachtungen bei Wald- und Spaziergängen, der Wahrnehmung von jahreszeitlichen Veränderungen und Experimenten. Mit diesen Erfahrungen möchten wir die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge näherbringen und bieten den Kindern die Gelegenheit ihre Lebenswelt zu ergründen.

Ein besonderes Anliegen ist uns hierbei ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit der Natur und anderen Lebewesen.

Verkehrserziehung

Bei Ausflügen bewältigen wir bestimmte Strecken zu Fuß. Hierbei erlernen die Kinder u.a. das Verhalten im Straßenverkehr.

Ebenso erarbeiten wir auf spielerische Weise die Verkehrsregeln in unterschiedlichen Projekten.

         i) Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrung menschlicher Existenz/ Inklusion- Integration

Kinder brauchen, um eine Orientierung im Leben zu finden, die Auseinandersetzung mit religiösen und weltanschaulichen Fragen und Traditionen.

Die Erwachsenen stellen sich der Herausforderung, Antworten zu finden und eigene Standpunkte zu erläutern.

Wertvorstellungen werden den Kindern als Orientierung zur Verfügung gestellt.

Was ist gut und was nicht.

Die Kinder lernen Toleranz und Achtung vor der Umwelt und den Mitmenschen.

Im täglichen Miteinander ermutigen wir die Kinder, sich in gegenseitiger Hilfestellung, Rücksichtnahme und Nächstenliebe zu üben.

Christliche Werte wie Liebe, Vertrauen und Vergebung geben Kindern und Erwachsenen Mut und Orientierung, die unterschiedlichen Erfahrungen des Lebens zu verarbeiten.

Durch die unvoreingenommene Annahme kann das Kind Selbstvertrauen entwickeln, gestärkt werden und ohne Angst auf andere Mitmenschen und neue Situationen zugehen.

Gemeinsam gestaltete Feste, Gottesdienste und biblische Geschichten sind feste Bestandteile unseres Kindergartenalltags und machen die Kinder mit dem Wort Gottes vertraut.

Die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne erhöhtem Betreuungsbedarf erfüllt das Recht auf Teilhabe am alltäglichen Leben mit Hilfe heilpädagogischer Mitarbeiter. Dies bietet allen Beteiligten die Chance jeden Menschen, unabhängig von seinen geistigen und körperlichen Fähigkeiten, zu achten und die Verschiedenheit von Menschen zu erfahren. ( Siehe auch 11d)

 

         j) Gruppenübergreifende Erfahrungen

Es ist wichtig, Kindern über ihre Gruppe hinaus andere Erfahrungsräume zu bieten.

Die „teiloffene Arbeit“, die wir in unserem Haus umsetzen, ist ein Beitrag, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder nach erweiterten Entwicklungs-, Beziehungs-und Spielräumen zu entsprechen.

Die Kinder lernen dabei die anderen Erzieher/innen im Haus kennen und können an verschiedenen Angeboten teilhaben.

Es gibt gruppenübergreifende Aktivitäten, die zum Jahresablauf gehören.

Z.B. Feste, Gottesdienste, Morgenkreise, Projekte.

Sie ermöglichen eine schrittweise Öffnung der Gruppen. Kontakte zu anderen Kindern und neue Anreize zur Weiterentwicklung werden angeboten. Dies kann in den Gruppen oder auf dem Außengelände stattfinden.

 

 

         k) Portfolioarbeit

Bei einem Portfolio handelt es sich im ursprünglichen Sinne um eine Mappe, in der sich Beispiele für die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen befindet.

Dieser Ordner wird vom jeweiligen Kind mit gesammelten Werken, Arbeitsblättern oder auch Fotos gefüllt. Durch diese fortlaufende Dokumentation werden die Lern- und Entwicklungsschritte veranschaulicht.

In Elterngesprächen wird das Portfolio genutzt, um sich über die Lernfortschritte des Kindes auszutauschen.

   

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